Liturgische Texte

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Wir brechen das Brot

Anlehnend an die Liturgie der ersten europäischen City-Kirche, St. James's in London brechen wir nun dieses Brot in Verbindung mit allen Menschen.
Dieses Brot ist gebrochen zur Ehre all derer, die Gott lieben - für unsere Schwestern und Brüder, die den Gott der Hindus verehren und dem Weg Buddhas folgen, für unsere Schwestern und Brüder im Islam und für das jüdische Volk, aus dem wir erwachsen sind. Wir beten, dass wir eines Tages in Frieden und gegenseitigem Respekt zusammenleben können.

Dieses Brot ist gebrochen zur Ehre aller Lesben und Schwulen, ( auch denjenigen, ) denen es nicht möglich ist in einer Kirche zu sein und das Brot der Gemeinschaft zu teilen. Wir verbinden uns mit ihren vergewaltigten und enttäuschten Gefühlen. Wir beten, dass die Lebenserfahrungen von Lesben und Schwulen sichtbar gemacht werden, auch in den Kirchen, denn sie sind fruchtbringende Geschöpfe Gottes.

Dieses Brot ist gebrochen für die Zerbrochenen und Enteigneten und für alle jene, die kein Brot haben. Damit eines Tages diese Erde ein Zuhause ist für alle Menschen, ein Zimmer in der Herberge für alle.

Dieses Brot ist gebrochen zur Ehre der grünen, blauen Erde und aller Elemente, Wasser, Feuer und Luft, die sie umgeben und erhalten. Mutter Erde, verachtet, geplündert und vergewaltigt durch unsere Gier, aber immer noch lebendig und grün. Wir beten, dass die Wunden eines Tages nicht mehr sein werden.

Dieses Brot ist gebrochen zur Ehre der Gebrochenheit von uns allen:
Das Kind in uns, gebrochen durch Gewalt und Kälte
Der Erwachsene in uns, gebrochen durch Einsamkeit und Versagen
unsere Gesundheit, gebrochen durch Krankheit oder Verlust
Allen hier sei Ehre und Segen,
Wärme und Fülle des Lebens

Amen

Magnificat

Meine Seele Gott erhebt und mein Geist in Freuden schwebt. Der mir Heil und Segen bringt, meinen Sinn zu Freuden zwingt; denn ihm hat sein arme Magd gnädig anzusehn behagt, dass hinführ o Kindeskind mich zu preisen Ursach find't. Er hat grosse Ding an mir ausgeübet, dessen Zier, Macht und Namens - Heiligkeit ist und bleibt ohn Ziel und Zeit.
Dessen Güte für und fürwaltet über denen hier, die in seiner Furchte stehn und auf seinen Wegen gehn; dessen starker Arm Gewalt übt ohn allen Aufenthalt und zerstreut wie Spreu der Wind, die so stolzen Sinnes sind. Feinden gibt er ihren Lohn, Mächtige stürtzt er vom Thron und erhebt mit starker Hand die Geringen in dem Land.

Die, so Sorg und Hunger drückt, er mit Gütern hat erquickt, will sie lassen nimmermehr, stolze Reichelässt er leer; er denkt an den teuren Eid und versprochne Gütigkeit.Seinem Diener Israel hilft er aus an Leib und Seel, wie er unser Väter Schar hat geredet oft und klar, Abraham und seinem Kind und die ihm geboren sind.

Christian Keimann 1607-1662

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Dieser Text wurde gedruckt aus der Website der Lesbischen und Schwulen Basiskirche Basel WWW.LSBK.CH
herzlichen Dank für Ihr Interesse.