Liturgische Texte

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Leiden an der Religion

Im Namen Gottes wird unsere Leiblichkeit verteufelt.
Im Namen Gottes werden wir mit Schuldgefühlen und Angst beladen.
Im Namen Gottes werden anders Denkende und anders Glaubende herabgesetzt.
Im Namen Gottes werden anders Fühlende und anders Liebende ausgegrenzt.
Im Namen Gottes werden Kulturen zerstört.
Im Namen Gottes werden Kriege geführt.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.

Gelesen im "Kreuzweg durch Basel" 2003

Vater unser im Himmel

Text Uwe Seidel, Meditation mit dem Luther-Choral "Vater unser" (Neues Kirchengesangbuch der ERK Schweiz Lied 287) im Wechsel von 3 SprecherInnen vorgetragen

Vater unser im Himmel.
Manche meinen, du hast dich zur Ruhe gesetzt,
weil dir die Menschen über den Kopf gewachsen sind.
Manche meinen, du bist tot, weil Raumschiffe dich nicht finden können.

Du aber bist der Gott, der unter den Menschen lebte und dort vor die Hunde ging
und du bist der Gott, der die Menschen aller Erdteile heilen will,
damit sie anfangen, Menschen zu werden.

Du bist unser Vater im Himmel
und sollst es auch hier auf der Erde sein.

Lied Strophe 1, Pause

Geheiligt werde dein Name.
Deine Heiligkeit haben wir aus den Augen verloren.
Wir können es nicht glauben,
dass alle Völker der Welt vor deinem heiligen Namen in die Knie gehen sollen.

Geheiligt werde dein Name von allen Menschen aller Völker.
Dein Name ist Rat den Ratlosen,
Kraft den Kraftlosen, Sieg den Verlierern,
Friedensmacht den Zerstrittenen.

Geheiligt werde dein Name!

Lied Strophe 2, Pause

Dein Reich komme.
Unsere Reiche werden mit Berechnung und Verordnungen,
mit Mord und Ungerechtigkeit gebaut.

Dein Reich ist deine überzeugende Liebe.
Dein Reich ist deine Kraft in uns.
Dein Reich hat schon gestern begonnen.

Zu uns komme dein Reich

Lied Strophe 3, Pause

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Wir haben deinen Willen vergessen, weil wir unsere Freiheit ausnutzen wollen.
Wir haben unsere Freiheit verloren, weil nur unser eigener Wille herrscht.

Dein Wille geschehe, binde unsere Freiheit an deinen Willen.
Verwirkliche deine Macht nicht nur im Himmel
Sondern hier auf unserer Erde, fange bei uns an.

Dein Wille geschehe!

Lied Strophe 4, Pause

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Die ungelösten Fragen der Menschen sind:
Die Hungernden, die sich in Krämpfen winden,
die Mächtigen, die unsere Freiheit beschränken.
Die Christen, die nicht tun, was sie reden und nicht glauben, was sie bekennen.

Gib uns Mut, das Unpopuläre zu tun,
Hungernde satt machen, Unterdrückte befreien,
gegen den Krieg demonstrieren,
dem Menschen ein Mensch werden.

Das ist unser tägliches Brot!

Lied Strophe 5, Pause

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern
Schuld lähmt unsere Gedanken und vergiftet unser Leben, deine Schöpfung.
Schuld trennt die Weissen von den Schwarzen, deine Geschöpfe.
Schuld trennt die starken von den schwachen Völkern, deine Menschen.
Schuld trennt den einen von dem anderen Machtblock, deine Menschheit.
Deine Menschen sind sich einander fremd geworden, vergib uns unsere Schuld,
rufe uns ins Gedächtnis, wo wir vergassen zu vergeben.

Vergib uns unser Handeln ohne Liebe,
vergib uns unser Reden in Lügen.
Vergib uns unsere Gedanken im Hass,

vergib uns unsere Schuld!

Lied Strophe 6, Pause

Und führe uns nicht in Versuchung
Manchmal meinen wir, du hättest uns wie deinen Sohn in die Wüste geschickt.
Was wir lernten, haben wir vergessen,
was wir glaubten, ist nicht mehr wahr,
was wir liebten, ist uns fremd geworden.

Führe uns nicht in Versuchung.
Wenn wir die Wahrheit suchen - dann bei dir.
Wenn wir uns orientieren müssen - dann in deinen Geboten.
Wenn wir versucht werden - dann bleibe du bei uns.

Führe uns nicht in Versuchung!

Lied Strophe 7, Pause

Sondern erlöse uns von dem Bösen
Allein sind wir verloren, bleibe bei uns.
Allein sind wir machtlos, verlass uns nicht.
Allein sind wir ratlos, begleite uns.

Erlöse uns von dem Bösen.
Mach uns stark, den zerstörenden Kräften unserer Zeit standzuhalten.
Befreie uns von dem Machtbereich des Bösen,
überwinde unsere elende Hoffnungslosigkeit.
Befreie uns von der tötenden Gleichgültigkeit.
Überwinde den Tod damit wir endlich anfangen zu leben.

Erlöse uns von dem Bösen!

Lied Strophe 8, Pause

Amen

Lied Strophe 9, Pause

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Dieser Text wurde gedruckt aus der Website der Lesbischen und Schwulen Basiskirche Basel WWW.LSBK.CH
herzlichen Dank für Ihr Interesse.