Liturgische Texte

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Ein modernes Glaubensbekenntnis

ich glaube, dass du ganz anders bist, Gott,
als wir denken;
dass du dich niemals festschreiben lässt
in eine Gestalt, in ein Bild;

ich glaube an dich, heilige Kraft,
die Mutter und Vater für uns ist
in Weisheit und Güte;
ich glaube, dass du Erde und Himmel geboren hast
und dass du weiter Leben schenkst,
auch wenn wir es nicht sehen;

ich glaube an Jesus von Nazareth,
den Menschen deiner Liebe,
der aus dir und in dir lebte und lebt,
deinen Sohn, unsern Bruder,
Maria hat ihn geboren,
und du hast ihn aus dem Tode geweckt
in unvergängliches Leben mit dir;

ich glaube an den heiligen Geist,
die Schöpferin Liebe;
ich glaube, dass du unsere christlichen Kirchen
verwandeln und heiligen willst,
dass du unsre offenen Herzen erwartest,
damit die Erde bewohnbar bleibt;

ich glaube, dass du uns unbedingt annimst,
ob Frau oder Mann,
ob schwarz oder weiss,
ob arm oder reich,
ob hetero- oder homosexuell;

ich glaube, dass du uns durch den Tunnel des Todes
in Leben und Freude rufst.
Amen

Ich glaube...

Ich glaube, dass Gott aus allem
auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dazu braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft gibt, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben
müsste alle Angst vor der Zukunft
überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer
nicht vergeblich sind
und dass es Gott nicht schwerer ist,
mit ihnen fertig zu werden,
als mit unseren Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist,
sondern, dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten
wartet und antwortet.

Dietrich Bonhoeffer

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Dieser Text wurde gedruckt aus der Website der Lesbischen und Schwulen Basiskirche Basel WWW.LSBK.CH
herzlichen Dank für Ihr Interesse.