Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein

Zum Zustand der schwulen Welt

Das schwule Leben in Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend geändert. Im Klima der Toleranz scheint schwule Kultur zu boomen. Doch das heile Bild hat viele Risse. Sie werden umso deutlicher, da sich ein Generationswechsel vollzieht. Die von älteren Schwulen als kostbar empfundene, weil hart erkämpfte Freiheit ist den Jüngeren ein kommerzieller Selbstbedienungsladen. Die Szene leidet unter dem selbst auferlegten Jugendwahn. Von der Aids-Krise der achtziger Jahre wollen die Schwulen selbst am wenigsten wissen. Der Internet-Chat hat längst die Schwulengruppe verdrängt, und immer mehr homosexuelle Männer weisen das Wort „schwul“ zurück und wollen vor allem „normale Männer“ sein. Mit den Str8-Actors meldet sich eine Gruppe zu Wort, die heterosexueller als jeder Heterosexuelle wirken will. Und während vor Ort die kleine schwule Kneipe dicht macht, reist der global agierende Schwule einmal um die Welt, um ja keinen Event zu verpassen.

Autor Rainer Hörmann schildert in Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein eine schwule Kultur im Umbruch, zwischen Mythos, Realität und Glauben – und verrät nebenbei, warum Samstag ein guter Tag zum Schwulsein ist.

Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein Book Cover Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein
Rainer Hörmann
Politik, Geschichte
Querverlag, Berlin
2005
154